Wir unterstützen das Projekt „Blühflächen am Badberg in Hohenstein-Ernstthal

Im Frühjahr diesen Jahres wurden wir von Herrn Markus Pfeiffer angesprochen, welcher auf der Suche nach Sponsoren für die Anlage einer Blühfläche in Hohenstein-Ernstthal war. Da wir schon das Projekt „Bienenpate“ jedes Jahr wohlwollend begleiten und es uns wichtig ist, artenreiche Blühflächen im Sinne des Naturschutzes anzulegen oder zu erhalten, wurden wir ebenfalls Partner bei diesem Projekt.

Im Mai 2021 begann der Landschaftspflegeverband Westsachsen e.V. mit der Bearbeitung der Fläche. Die richtige Bodenbearbeitung im Vorfeld der Aussaat war aufwendig und kostenintensiv. Insgesamt vier Bearbeitungsdurchgänge mit verschiedenen Geräten waren erforderlich, um ein feinkrümeliges, weitgehend unkrautfreies Saatbett zu schaffen. Vorgenommen wurden die Arbeiten von Landwirtschaftsbetrieb Werner aus Bernsdorf, der als Familienunternehmen vor allem im Bereich Rinderzucht und Verkauf, aber auch im Feldbau tätig ist.    

Das gebietsheimische Saatgut hatte eine Lieferzeit von mehreren Wochen, da eine sehr große Nachfrage bestand. Zum Einsatz sollte die Mischung „Blühende Landschaft – Frühjahrsaussaat“ mit Kultur- und heimischen Wildpflanzen kommen. Es handelt sich um mehrjährige Arten, von den viele erst im zweiten oder dritten Jahr blühen. Für die Fläche von 1,5 Hektar (Gesamtfläche abzüglich Randbereiche usw.) wurden 15 Kilogramm des Saatgutes benötigt. Zur leichteren Aussaat wurde es mit rund 100 Kilogramm Maisschrott als Füllstoff versetzt, da es ansonsten schwierig wäre, 1 Gramm Saatgut pro Quadratmeter zu verteilen. Mit Traktor und Sämaschine erfolgte die Aussaat am 3. Juni 2021 bei trockenem Wetter. Nur einen Tag später fiel der erhoffte Regen, zum Glück nicht so stark wie ein paar Kilometer entfernt rund um Glauchau und Meerane, wo es nach Unwettern Überschwemmungen gab. Im Laufe des Monats Juni verlief der Keimprozess nahezu optimal, sodass sich zum Monatsende hin eine Vielzahl von Pflänzchen zeigte.

Das feuchte und warme Wetter im Juli sorgte für gutes Wachstum. Der weiße Buchweizen und der gelbe Leindotter, den viele mit Raps verwechseln, blühten zuerst und sorgten schon für reichlich Insektennahrung. Kornblume, Phacelia und Ringelblume folgten wenig später. Verschiedenste Tagfalter, Bienen und andere Insekten konnten beobachtet werden. Im August sind wunderschöne und viele Farben und reichlich Leben auf der Fläche zu beobachten. Nun zeigten sich auch die Sonnenblumen. Am 17. August wurde der Bereich, der an die Tankstelle angrenzt, mit Spezialtechnik des Landschaftspflegeverbandes gemäht. Im September wurden kleine Teilbereiche der Blühfläche mit der Sense gemäht. Das sorgt wahrscheinlich für mehr Vielfalt, durch mehr Licht für neue kleine Pflänzchen. Einige Pflanzen (Blattrosetten) der zweijährigen und ökologisch sehr wertvollen „Wilden Karde“ wurden gesetzt. Bei normaler Entwicklung bereichern sie im kommenden Jahr die Blütenpracht und Artenvielfalt auf der Fläche. Am Rande der Fläche in Richtung Tankstelle sowie an der Paul-Greifzu-Straße sollen heimische Heckenpflanzen (zum Beispiel Weißdorn, Schlehe, Kornelkirche, Wildrosen, Faulbaum) gesetzt werden. Wenn es die finanzielle Situation zulässt, können auch noch einige Obstbäume gepflanzt werden.

Es war uns nicht nur eine Herzenssache, dieses Projekt zu begleiten und zu unterstützen, es bereitet auch große Freude zu sehen, wie sich die Fläche im Laufe der Zeit in ein blühendes Farbenmeer verwandelte, in dem sich so viele kleine Lebewesen sichtlich wohlfühlen. Wir sind schon gespannt, wie sich die Fläche im zweiten Jahr entwickeln wird.

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